Die Color TV-Game 6 war eines von zwei Systemen, mit denen Nintendo 1977 in den japanischen Heimkonsolenmarkt einstieg. Statt einer erweiterbaren Plattform bot sie mehrere Pong-Varianten in einem einzigen Gerät. Historisch interessant ist sowohl diese Einfachheit als auch die Zusammenarbeit von Nintendo und Mitsubishi Electric, die eine Technologie für integrierte Schaltungen in ein Produkt fürs Wohnzimmer verwandelte.

Ein Schaltkreis und eine Geschäftsmöglichkeit

Das Projekt entstand aus der Zusammenarbeit zwischen Nintendo und Mitsubishi Electric. Laut dem Bericht von Infoconsolas blieb Mitsubishi nach der Insolvenz des Taschenrechnerherstellers Systec ein LSI-Schaltkreis, der für die Wiedergabe von Farbbildern auf einem Fernseher entwickelt worden war. Masayuki Uemura, Ingenieur bei Nintendo, schlug vor, die Technologie für eine Heimkonsole zu nutzen. Unternehmenspräsident Hiroshi Yamauchi stimmte unter einer Bedingung zu: Der Preis sollte unter 10.000 Yen bleiben.

Diese Vorgabe hilft zu erklären, warum Nintendo zwei Modelle gleichzeitig vorstellte. Die Color TV-Game 6 kostete 9.800 Yen; die Color TV-Game 15 mit mehr Optionen und abnehmbaren Bedienelementen wurde für 15.000 Yen angeboten. Infoconsolas deutet das günstigere Modell als Möglichkeit, einen attraktiven Einstiegspreis zu bieten und Käufer für eine Reihe zu gewinnen, zu der auch eine umfangreicher ausgestattete Version gehörte. Das ist die Interpretation dieser Quelle; sie belegt für sich genommen weder die Reaktionen einzelner Käufer noch die wirtschaftliche Wirkung der Strategie.

Sechs Optionen in einem geschlossenen System

Die Color TV-Game 6 bot Tennis-, Hockey- und Volleyballvarianten für eine oder zwei Personen. Schalter am Gehäuse ermöglichten Einstellungen wie die Größe der Schläger und die Geschwindigkeit des Balls. Es gab keine Module und keine erweiterbare Spielesammlung: Die Spiele waren Bestandteil des Geräts.

Auch die Steuerung war in das Design integriert. Zwei Drehregler an der Konsole bewegten die Schläger, anders als bei den getrennten, per Kabel verbundenen Bedieneinheiten der Color TV-Game 15. Das Produkt war als geschlossenes Gerät gedacht: an den Fernseher anschließen und sofort spielen, ohne separate Spielcontroller oder eine zusätzliche Spielebibliothek.

Die Bezeichnung „sechs Spiele“ verdient eine kurze Erklärung. Infoconsolas beschreibt drei Sportarten, die jeweils allein oder zu zweit gespielt werden konnten, und hält fest, dass diese Kombinationen als sechs Optionen vermarktet wurden. Änderungen an Ballgeschwindigkeit und Schlägergröße beeinflussten den Spielverlauf, machten aus der Konsole aber keine Plattform, auf der sich weitere eigenständige Spiele ergänzen ließen.

Ein Gerät in einem umkämpften Markt

Die Color TV-Game 6 erschien während des Booms dedizierter Pong-Konsolen. Die Datenbank 20th Century Video Games verzeichnet zahlreiche Systeme dieser Art aus dem Jahr 1977 und ordnet Nintendos Modell ebenfalls diesem Jahr zu. Ihr Bestand vermittelt einen Eindruck von der Breite des Angebots, ist aber für sich genommen keine Bewertung von Nintendos Verkäufen, Popularität oder Wettbewerbsposition.

Infoconsolas schätzt die Verkäufe auf 500.000 Geräte der Color TV-Game 6 und 900.000 der Color TV-Game 15. Diese Zahlen sind der Quelle zugeschriebene Schätzungen, keine verifizierten Geschäftsbücher. Dieselbe Seite bringt die Entwicklung mit Mitsubishi in Verbindung und erwähnt Kooperationen mit Mitsubishi und Sharp bei der Herstellung oder dem Vertrieb verwandter Produkte. Darüber hinaus zeigt die Konsole eine konkrete Produktentscheidung: eine feste Spielauswahl mit einem niedrigeren Einstiegspreis als beim Schwestermodell.

Wichtig ist auch, den Chip der Color TV-Game 6 von Bauteilen anderer Pong-Konsolen zu unterscheiden. Die Datenbank 20th Century Video Games nennt den AY-3-8500 für verschiedene zeitgenössische Systeme; daraus folgt jedoch nicht, dass Nintendo diesen Chip in diesem Gerät verwendete. Infoconsolas identifiziert den Schaltkreis der Color TV-Game 6 als ein LSI von Mitsubishi Electric, das zunächst im Zusammenhang mit Systecs Projekt entwickelt worden sei.

Vor der Famicom

Die Color TV-Game 6 war weder eine Famicom im Kleinformat noch eine direkte Vorwegnahme aller späteren Entscheidungen Nintendos. Ihre Bedeutung ist konkreter: Sie verschaffte dem Unternehmen einen Einstieg in den Heimvideospielmarkt mit einem dedizierten Gerät, integrierten Spielen und eingebauten Bedienelementen. Memoria del Juego führt sie in seiner Konsolenchronologie für 1977 neben anderen Systemen des Jahres auf. Dieser Eintrag ordnet sie historisch ein, belegt aber keinen direkten technischen Einfluss auf die Famicom.

Die Konsole steht für eine Zeit, in der Heimvideospiele als eigenständige Produkte verkauft wurden, die man an den Fernseher anschloss und sofort nutzen konnte. Die feste Auswahl, die im Gehäuse integrierten Bedienelemente und der Einstiegspreis erklären das Gerät besser als ein rückblickender Vergleich mit den späteren Modulkonsolen. Es war ein begrenzter, praktischer erster Schritt: Nintendo brachte Pong in die Haushalte, bevor das Unternehmen jene Plattformen entwickelte, für die es später bekannt wurde.

DATENBLATT
Jahrzehnt
1970er
Region
Japan
Niveau
Enthusiast
Entitäten
Nintendo, Masayuki Uemura, Pong, Color TV-Game 15

Quellen und Referenzen

  1. EL DERECHO COMERCIAL INTERNACIONAL:doi.org · 2026-11-01
  2. Color TV-Game 6 y Color TV-Game 15 | 100% RETROinfoconsolas.com · 2026-11-01
  3. Cronología - Memoria del juegogamedesignla.com · 2026-11-01
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  5. Programas Españoles de Radio/Podcast de Videojuegoswww.devuego.es · 2026-11-01